Hessens beste Poeten

Hessens beste Poeten

Eschwege. Die besten modernen Dichter Hessens stehen fest. Sie wurden am Samstag bei den Hessischen Meisterschaften im Poetry Slam, dem so genannten Hessen-Slam, im Rahmen des Open-Flair-Festivals in Eschwege vom Publikum ermittelt. Die vom Eschweger Verein Schlüsselblume ausgerichteten Vorrunden und Finale in den Entscheidungen Ü20, U20 und Teams wurden von insgesamt fast 2000 Zuschauern verfolgt.

Die für Kassel startende Theresa Hahl aus Marburg gewann den Einzelwettstreit der Slampoeten vor dem für Gießen startenden Martin Sieper (Marburg). Die 22 Jahre alte Studentin der Literaturwissenschaften begeisterte die Zuhörer mit einfühlsamen Gedanken über das Herz und „Drei Lebensweisheiten in vier Strophen oder: Wir sind unsere eigenen Philosophen“. Theresa Hahl war nach dem Gewinn ihres ersten Titels fast sprachlos: „Normalerweise gewinnen immer die lustigen Sachen, diesmal hat die Lyrik gewonnen.“
Von den 16 Poetryslammern waren acht ins Ü-20-Finale gekommen, Titelverteidiger Bleu Broode (Marburg) war bereits in der Vorrunde ausgeschieden.

In der Nachwuchskonkurrenz der unter 20-Jährigen setzte sich Julia Balzer (18) aus Frankfurt knapp gegen die Friedbergerin Tanasgol Sabbagh durch. Julia Balzer, die gerade ihr Abitur gemacht hat und nun Germanistik und Philologie studieren will, gewann die meisten Sympathien mit ihrer kritischen Anmerkungen „für alle Menschen, die glauben, dass sie die Welt verstanden haben“. Am U-20-Wettbewerb nahmen elf Nachwuchspoeten teil.

Im Wettbewerb der Dichter-Teams gewannen Marvin Ruppert (Marburg) und Alex Burkhard (München) als das Duo „Steffis Vorschlag“ mit ihrem Geständnis, dass sie sich beim Hausarzt in die Praxis setzen, um schöne Menschen kennen zu lernen. Auf Platz zwei kam das stark auf Performance setzende Trio „Allen Earnstyzz“ (Stefan Dörsing, Temye Tesfu und Julian Heun) mit seinem Geständnis „Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber“. Der Mannschafts-Entscheidung hatten sich fünf Teams gestellt, darunter auch das Duo „Viertelvorvier“ mit Dominique Marci und Felix Römer.

Die Beiden übernahmen auch den Moderatorenpart bei der Ü20-Entscheidung, das U20-Finale leiteten die Slammer Lars Ruppel und Bo Wimmer, und die Team-Endrunde moderierten Adrienne Bogdan und Andrea Römer, die Vorsitzende des Ausrichter-Vereins Schlüsselblume.

Der Hessen-Slam wurde finanziell unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, von der Cantus Verkehrsgesellschaft und vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) sowie von der Sparda-Bank Hessen.

Stefan Forbert